Alopezie

Vielleicht hast du den Begriff „Alopezie“ schon öfters gehört und möchtest dich nun weiter darüber informieren. Eventuell hast du aber auch keine Ahnung, was mit diesem Begriff gemeint ist. Im folgenden Artikel wirst du einige Dinge über Alopezie erfahren, also ließ unbedingt weiter.

Alopezie – was ist das?

Alopezie ist ein Fachbegriff für Haarausfall, bei dem eine sichtbare Haarlichtung erkennbar ist bzw. Haarausfall, bei dem das Haar an einer bestimmten Stelle nicht so stark wächst, wie an den restlichen behaarten Stellen. Der Begriff wird hauptsächlich in der Dermatologie benutzt und nicht im normalen Sprachgebrauch.

Generell gesagt bezeichnet Alopezie also den Zustand der Haarlosigkeit. Gesteigerter Haarausfall wird als Effluvium bezeichnet.

Unterschiedliche Arten von Alopezie

Bei der Alopezie unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Arten, die sich in der Heftigkeit und der Art des Auftretens unterscheiden.

Androgenetischer Haarausfall

Eine Art der Alopezie ist der Androgenetische Haarausfall. Grundsätzlich ist dieser

Haarausfall eine ganz normale Erscheinung des Älterwerdens.

Fast 80% aller Männer weltweit sind davon betroffen, wenn du also auch davon betroffen bist, brauchst du dir keine Sorgen machen, du bist nicht allein.

Rauchen beschleunigt den Haarverlust und ist sozusagen eine Beschleunigung des Alterns.

Androgenetischer Haarausfall bei Jugendlichen wird übrigens Alopecia praematura genannt.

Auch bei etwa 50% aller Frauen weltweit kommt es während des Älterwerdens zum Androgenetischen Haarausfall, meistens nach der Menopause bzw. wenn die Frau in ihre Wechseljahre kommt. Durch die Behandlung von hormonabhängigen Tumoren können jedoch auch junge Frauen Alopezie entwickeln.

Wie beginnt der androgenetische Haarausfall?

Bei Männern ist der Beginn durch das Zurücktreten der Stirn-Haar-Grenze und der Ausbildung von Geheimratsecken gekennzeichnet.

Mit Geheimratsecken wird umgangssprachlich der Haarausfall am Haaransatz über den Schläfen bezeichnet. Geheimratsecken sind nicht selten ein Zeichen für eine beginnende Glatzenbildung.

Im weiteren Verlauf des Älterwerdens und des Haarausfalls tritt eine zunehmende Haarlichtung in der Scheitelregion auf.

Bei Frauen beginnt die Alopezie im Bereich des Mittelscheitels.

Bei fast einem Drittel der weiblichen Haarausfallpatienten und bei rund 10% der männlichen kommt es während des Verlaufs auch zu Kopfhautschmerzen.

Familiär gehäufter Haarausfall

 

Wenn mehrere Familienmitglieder unter Alopezie leiden, spricht man von familiär gehäuftem Haarausfall. Dieser ist ein Zeichen für eine erbliche Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem Steroidhormon Dihydrotestosteron (abgekürzt DHT). Aufgrund dessen ist die Wachstumsphase der Haare verkürzt, wenn eine Überempfindlichkeit vorliegt. Es gibt bereits viele Medikamente, die darauf abzielen, die Wirkung von DHT zu vermindern.

Alopezie bei Männern

 

Ganz einfach gesagt, ist männlicher Haarausfall keine Krankheit. Jedoch wirkt sich der Haarausfall auf das Selbst- und Fremdbild eines Mannes aus. Männer, die unter Haarausfall leiden, werden oft als tendenziell älter, intelligenter aber auch weniger dominant, weniger dynamisch und maskulin wahrgenommen.

Der Verlust der Haare bei betroffenen Männern geht meisten mit einem Verlust von Selbstbewusstsein einher. Daraus können sich Depressionen und ein negatives Selbstbild ergeben, das durch Gefühle der Unattraktivität geprägt ist.

Alopezie kann dadurch ganze Leben auf den Kopf stellen und für Probleme bei der Partnerwahl, dem Pflegen von sozialen Kontakten und der beruflichen Entwicklung sorgen.

Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall)

Alopecia areata oder auch kreisrunder Haarausfall ist eine weitere Art der Alopezie.

Unter kreisrundem Haarausfall versteht man einen runden, lokal begrenzten krankhaften Haarausfall. Bei 80% der Männer beginnt dieser ausgehend vom Kopf, teilweise aber auch vom Bartbereich und in Ausnahmefällen sogar im Bereich der Intimbehaarung.

 

Geschichte des Begriffs

Dieser kreisrunde Haarausfall wurde damals erstmalig von Hippokrates erwähnt und wurde in Anlehnung an eine Fuchskrankheit so genannt. „Alopex“ bedeutet nämlich auf altgriechisch Fuchs. Bei Füchsen konnte man nämlich beobachten, dass manche von ihnen Haare flockenförmig verloren. Bei dieser Fuchskrankheit handelte es sich um eine Autoimmunerkrankung.

 

Die häufigste Haarausfallerkrankung

Alopecia areata ist die häufigste Haarausfallerkrankung. In Deutschland leiden rund 1,4 Millionen unter dieser Alopezie. Sie tritt in jedem Lebensalter auf, bevorzugt jedoch zwischen 10 und 20 Jahren und 20 bis 30 Jahren. Meisten liegen beim kreisrunden Haarausfall am behaarten Kopf mehrere kreisrunde kahle Stellen vor. Am Randbereich dieser kahlen Stellen befinden sich meistens sogenannte „Ausrufezeichen-Haare“, diese sind kurz abgebrochene Haare, die an ihrem Ende immer dünner werden.

Kahle Stellen am Kopf, die von dieser Art von Alopezie betroffen sind, sind glatt, eingesunken und auch nicht schuppend. Die Haarfollikel bleiben erhalten.

 

Ursachen

Die Hauptursache für kreisrunden Haarausfall ist wie bei den Füchsen eine Autoimmunreaktion, bei der cytotoxische CD8+-T-Zellen hervorgerufen werden, die die Haarfollikel angreifen. Außerdem können manche Hautinfektionen einen kurzfristigen, zeitlich begrenzten Haarausfall auslösen.

 

Sonderform der Alopecia areata

Nicht zu vergessen ist eine Sonderform des kreisrunden Haarausfalls, die Alopecia areata atrophicans. Sie wird auch als Pseudopelade Brocq bezeichnet und tritt vor allen Dingen bei Frauen zwischen 30 und 55 Jahren auf. Die Alopezie beginnt mit kleinen haarlosen Flecken, bei denen die Haut gerötet und gleichzeitig glänzend ist. Der Haarverlust bei dieser Sonderform der Haarausfallerkrankung ist fortschreitend und irreversibel. Irreversibel heißt, dass es nicht mehr rückgängig machbar ist.

 

Diffuse Alopezie

Eine weitere Art der Alopezie ist der diffuse Haarausfall, von dem man spricht, wenn die Haare vom gesamten Kopf abfallen. Hierbei tritt diese Art von Alopezie häufiger bei Frauen auf. Außerdem können die Ursachen bei dieser Form des Haarausfalls sehr vielfältig sein, z.B. Hormonschwankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Infektionen, Kopfhauterkrankungen, Lupus aber auch Stress und eine einseitige Ernährung. Einige Medikamente (z.B. mit dem Wirkstoff Methylphenidat) können auch zu diesem Haarausfall führen.

Weitere Ursachen

Weitere Ursachen können unter anderem eine Hungerkur, eine Stoffwechselerkrankung, Morbus Crohn (Entzündung der Darmwand), Bulimie, Magersucht, eine Missbildung der roten Blutkörperchen (Anämie) sein.

Auch Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Pilzerkrankungen können Einfluss auf die Haare haben.

Ebenso sorgt das giftige Metall Thallium schon in Mengen unter einem Gramm für Alopezie. Weitere Medikamente wie Antikoagulanzien, Beta-Blocker, Retinoide, Thyreostatika, Gestagene und auch Statine und Pestizide können ein Auslöser sein.


Weitere Blogbeiträge:

© 2019